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Wednesday, November 19, 2014

Christian Rätsch VS. Rainer Thomasius bei Maischberger


Gestern Abend in der Talkrunde bei Maischberger ging es um Drogen, genauer hieß das Thema "Alkohol, Kokain oder Crystal Meth - Welche Droge ist am gefährlichsten?". Zu Gast waren neben Betroffenen und ehemaligen Süchtigen auch der Kulturanthropologe und Experte für psychoaktive Pflanzen Dr. Christian Rätsch sowie sein gewissermaßen als Widersacher zu bezeichnende Prof. Dr. Rainer Thomasius, Leiter der Drogenambulanz am Hamburger Universitätsklinikum.

Der Videolink:
http://www.ardmediathek.de/tv/Menschen-bei-Maischberger/Alkohol-Kokain-oder-Crystal-Meth-Welc/Das-Erste/Video?documentId=24808008&bcastId=311210

Moderatorin Maischberger

Frau Maischberger in ihrer schrecklich unwissend-konservativen Art sieht und merkt man sofort ihre Abneigung gegen Herrn Rätsch an; sie kann seine Argumente weder nachvollziehen noch ernst nehmen. Am Anfang lässt sie sich sogar zu der Aussage hinreißen, dass "sogar Sie [Herr Rätsch] kein Kokain von der Straßen konsumieren würden". Rätsch fragt ruhig aber bestimmt "Was soll das denn heißen?". Maischberger kriegt nochmal die Kurve und entschuldigt sich, lässt damit aber zugleich tief in ihr unaufgeklärtes, trübes Inneres blicken, verwechselt in der Diskussion immer wieder die Substanzen und hält Kokain für ein Opiat. Ich fand diese Frau ja schon immer unsympathisch, das hat sich leider nur bestätigt - doch seht selbst!

Dr. Christian Rätsch

Ein fabelhafter Auftritt vom "Drogen-Guru" (Spiegel), der so ziemlich jede Substanz auf diesem Planeten schon im Selbsttest konsumiert hat. Sachorientiert mit alternativem Erklärungsmodell hat er es sehr schwer, gegen die vorurteilsbehaftete Moderatorin anzukämpfen, doch gelingt es ihm meistens (wenn sie ihn denn mal aussprechen lässt). Dennoch kann Rätsch immer wieder Denkanstöße platzieren, etwa in dem er sagt, Sucht komme nicht von suchen, sondern aus dem Altgermanischen und bedeute soviel wie "Mangel".

Ab 54:25 äußert sich Rätsch zu diesem Zitat von ihm (siehe Grafik):


"Als Kulturanthropologe sehe ich den Grund für Probleme im Zustand unserer Kultur." Unterschwellige System-, subtile Kapitalismuskritik - Bravo Herr Rätsch! Maischerbger fragt zum Ende wieder einmal sehr verständnislos "Warum denn Hanf legalisieren?", er antwortet: "Hanf ist die besterforschte Heilpflanze der gesamten Menschheitsgeschichte". Prof. Thomasius fällt ihm ins Wort "herrje, da krieg ich ...". Rätsch aber ganz sachlich: "Sie sind beruflich vorbelastet und können eine kulturanthropologische Diskussion gar nicht führen."

Prof. Dr. Rainer Thomasius

Rainer Thomasius der im 20. Jahrhundert stehengebliebene Systemlemming zeigt seinen kurzfristig gedachten Horizont wieder einmal auf schockierende Art und Weise. Bei Stunde 1 Minute 4 spricht er sich entschieden gegen eine Legalisierung von Cannabis aus und argumentiert ausschließlich mit dem "die armen Kinder"-Argument. Er meint, der "generalpräventive Charakter" habe sich bewährt unseres Betäubungsmittelgesetzes verhindere, dass Jugendliche Cannabis konsumieren. Eine Lösung für die Kriminalisierung der Konsumenten sieht er darin, den Paragraph 31a des BTMG geringfügig zu ändern, nämlich dass eine kleine Menge Cannabis frei und ohne Strafverfolgung mit sich geführt werden darf. Als ob sich damit viel ändern würde! Der Schwarzmarkt und die mafiösen Strukturen bestehen so weiterhin, verunreinigtes Gras und Haschisch kann man so niemals beikommen und auch die staatliche Kontrolle wie bei Alkohol samt den Steuereinnahmen geht abhanden. Thomasius stimmt also lieber für eine Aufrechterhaltung des Mafia-Monopols auf "Drogen" und gegen eine Übertragung dieses Problems auf staatliche Strukturen.

"Wer für die Legalisierung plädiert, sorgt dafür, dass sich die Chancenungleichheit in unserer Gesellschaft vergrößert." (Zitat Rainer Thomasius gegen Ende der Sendung)

Man merkt ganz einfach , dass "Prof." (in "" da eine wahre Profession kaum erkennbar ist) Thomasius' Weltbild sehr beeinflusst und beschädigt durch seinen täglichen Kontakt mit schwerkranken Jugendlichen ist, die aufgrund exzessiven Drogenkonsums bei ihm in der Klinik landen - er sieht also nur die allerschlechteste Seite des Cannabiskonsums, merkt dabei aber nicht, dass diese nur zu einem Bruchteil der Realität entspricht. Schaut nur mal in seinen Gesichtsausdruck, den er die ganze Zeit über krampfhaft beibehält. Immerhin erkennt er die Schädlichkeit des Alkohols an und meint hierzu, er hätte kein Problem damit, Alkohol ins Betäubungsmittelgesetz (BtmG) aufzunehmen - immer dieses Verbotskrakele!

Rainer Meifert

Positiv fällt der Schauspieler Rainer Meifert auf, der trotz seiner zehnjährigen Kokainsucht heute ein erstaunlich objektives Urteil fällt. So müsse Kokain wie andere Drogen auch legalisiert werden, da nur so wahre Prävention möglich wäre und der Schwarzmarkt ausgetrocknet wird.

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