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Thursday, November 13, 2014

Räuchermischungen bestellen = Zombie-Dasein!

Beim RTL-Magazin "SternTV" ging es gestern als Hauptthematik um die "Legal Highs". Natürlich kam dabei eine völlig verquere, einseitige Betrachtung des Themas heraus, bei dem man den wahren Ursachen nicht einmal ansatzweise auf den Grund ging. Schon die Anmoderation könnte nicht RTL-typischer sein:
"Es geht um sehr gefährliche Drogen, die sogenannten Legal Highs, obwohl sie oftmals sehr viel gefährlicher sind als herkömmliche Drogen. Nicole schrieb uns, sie habe einen Bruder, der selber Kräutermischungen nimmt und nun aussieht wie ein Zombie."
(kompletter Beitrag hier bei RTLnow als Video anschaubar, Beginn ab Minute 27:00)


"Mein Bruder schaut aus wie ein Zombie weil er Kräuter nimmt"

Das was Nicole beschreibt, ist das typische Erscheinen eines chronischen Substanzmissbrauchs - egal ob es sich dabei um aus dem Internet bestellte Räuchermischungen, gewöhnliches Cannabis oder Alkohol handelt; wer tagtäglich psychoaktive Substanzen konsumiert, nimmt zwangsläufig gewisse Beeinträchtigungen in Kauf. Später ist der "Zombie" mit seiner ihn vorführenden Schwester (er muss schon ziemlich verzweifelt gewesen sein um sich in die Manege des RTL-Zirkusses führen zu lassen) und einem Kriminalbeamten sowie Gerichtsmediziner in einer Talkrunde zu sehen - einseitige Beleuchtung der Thematik ist also sichergestellt. Die düstere Msuik untermalt den reißerischen Beitrag, dem es offenkundig in erster Linie um Panikmache und Sensationshascherei geht, denn mit nicht einer Silbe hinterfragt er die Ursachen der Legal-High-Bewegung. Die Qualität von Stern-TV lässt sich überdies exemplarisch an ihrem der deutschen Sprache ohnmächtigen Off-Sprecher veranschaulichen, der im ersten Beitrag des Magazins (über eine Fischzucht) bei Minute 3:35 etwa über die Verantwortlichen sagt: "Die Leute wo sich eigentlich auskennen sollten". DAMN!

Wieso kaufen denn so viele Menschen Räuchermischungen?


Der Moderator verkündet selbstgewiss über die "Drogenhändler", dass diese "sich einen Dreck um die Gesundheit der Kunden scheren". Aber genau diese Ignoranz Verantwortlicher gegenüber dem Bürger wird seit Jahren von der Bundesregierung am Beispiel der Cannabiskonsument ebenso sorglos hingenommen, nur berichtet darüber niemand. Als damals bleivergiftetes Cannabis im Umlauf war, sah sich die damalige Drogenbeauftrage Sabine Bätzing erst nach vielem Protest zu einer Stellungnahme genötigt, in der sie allen Ernstes aussagte, "dass eine geeignete Strategie, die gesundheitlichen Risiken des Konsums von verunreinigtem Cannabis zu vermeiden, darin besteht, auf den Konsum von Cannabis überhaupt zu verzichten."
Das Problem der Streckmittelverseuchung von Gras und Haschisch ist also auch Grund dafür, dass die Konsumenten nach ähnlich wirkenden Alternativen suchen, die dazu ohne die Gefahr gesetzlicher Verfolgung legal zu bestellen und rauchen sind. Die tiefere Ursache der "Legal Highs"-Beliebtheit liegt also in der unsinnigen Drogenrepressionspolitik der Bundesregierung. Solange Cannabis nicht straffrei zu kaufen möglich ist, werden sich Kräutermischungen und auch Badesalze weiterhin großer Beliebtheit erfreuen. Statt Substanzen kontrolliert freizugeben, die Jahrzehnte lang erforscht wurden, muss der Konsument aus o.g. Gründen auf unerforschte Substanzen zurückgreifen - die Betonköpfe der Alteingesessenen Politelite ist also wesentlich Schuld an der Misere.

Weshalb SternTV und andere Berichterstattungen nichts am Problem legal bestellbarer  Räuchermischungen ändern wird

Diese oben geschilderte, tiefere Ursache für das Bestellen von Räuchermischungen respektive dem Konsum von Kräutermischungen und Badesalzen etc. ist also nur unter völlig neuen juristischen Rahmenbedingungen lösbar, doch davon fällt kein Wort bei Stern-TV, keines! Vermutlich sind die "investigativen" RTL-"Journalisten" auch nicht zu einer solchen Problemreflexierung überhaupt fähig, weil sie viel lieber alte Klischees der bösen Drogen (außer dem toxischeren Alkohol und Nikotin natürlich) bedienen um ein ebenso flachgeistiges Publikum zu berieseln. Zudem ist es allgemein bekannt, dass aufgrund ebendieser Repressionspolitik verbotene Substanzen von Chemikern minimal verändert werden, sodass eine rechtlich neue, nicht verbotene Subtanz mit ähnlicher Wirkung entsteht, die wiederum als neue Designer-Droge auf den Markt gelangt. Dieses Katz-und-Maus-Spielchen setzt sich solange fort, bis eine fundamentale Veränderung im gesellschaftlichen Umgang mit Rauschmitteln einsetzt!

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