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Tuesday, February 17, 2015

Erste Marihuana-Bank in den USA steht vor Eröffnung

us bank gras
Das Bankgesetz in den USA bedarf wegen der aufkeimenden Cannabis-Industrie einer Neuerung.
Im Zuge der zunehmenden Legalisierung von Cannabis in den USA stellt sich auch für Finanzinstitute die Frage, ob und wie sie mit diesem Vermögen potentieller Kunden umgehen. Das Hauptproblem liegt im Bundesgesetz, welches Marihuana immer noch als Droge der Kategorie 1 verbietet und es somit auf eine Stufe mit Heroin oder Crack stellt. In der Folge haben Banken hohe Berührungsängste mit aus diesem Metier erwirtschafteten „Drogengeldern“ der Cannabis-Industrie, denn der Vorwurf der Geldwäsche steht schnell im Raum. Somit können erst recht keine Kredite an Neueinsteiger und Start-Ups dieser Branche vergeben und auch kein eingenommenes Geld angelegt werden.

Aus diesem Grund beantragte jetzt eine Gruppe findiger Geschäftsleute im Staat Colorado eine Lizenz für die erste Bank, die diesem Problem entgegnet und sich für dieses Klientel öffnet: die „Fourth Corner Credit Union“. Bisher konnte sie stattliche 600.000 Dollar Startkapital aufbringen und mietete ein altes Bankgebäude mit vier Schaltern.

Immerhin gebe es gut 1200 Cannabis-Unternehmen in Colorado und keines davon würde eine offizielle Bank haben, sodass sich eine riesige Multimillionen-Nische auftue. Noch spielt allerdings die (private) amerikanische Zentralbank FED nicht mit, welche dem Vorhaben noch nicht stattgegeben hat. Tut sie dies nämlich, so schafft sie einen Präzedenzfall, wonach laut Antragssteller „das Marihuana-Geschäft plötzlich auf bundesweiter Ebene legitimiert [würde]. Die letzten Mauern würden zum Einsturz gebracht“. Der Jurist und Experte auf dem Gebiet Conti-Brown erklärte, dass es hier „um ein verfassungsrechtliches Beben“ gehe und die FED „theoretisch den Antrag genehmigen“ müsse.

So kommt es denn, dass die Geschäftsführer der Gras-Shops ihren hohen Umsatz in eigens angeschafften Safes unterbringen müssen, was nicht unbekannt ist und leider öfters für Einbrüche und Einbruchsversuche sorgt. Der Eigentümer von „Karing Kid“ beispielsweise hat sich ganze 4 Safes in den Boden seines Ladens verankern lassen und zahlt nach einem großen Sachschaden durch einen Einbruch, bei dem Hanfpflanzen im Wert von einer Viertelmillion Dollar geklaut wurden, 100.000 Dollar pro Jahr an eine vor seinem Geschäft patrouillierende Sicherheitsfirma!

Experten sind sich daher sicher: „Ohne Banken wird sich die legale Marihuana-Industrie langfristig nicht durchsetzen können“, denn allein die Kosten für Sicherheit wären derart hoch, dass ein Gras-Apotheker mit keinem illegalen Dealer mithalten könnte. Nun ist also die FED gefragt, neue Maßstäbe zu setzen und der Legalisierung auch monetäre Legitimität zuzugestehen.

Quelle: FAZ

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